FAQ – Zertifizierung von Assistenzhundeschulen

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Zertifizierung von Assistenzhundeschulen

1.1 Sachkunde allgemein
1.2. Anforderung an Zuverlässigkeit
1.3 Sachkunde bezogen auf die AH-Art bzw. MAG

1.1 Sachkunde allgemein

  • Erlaubnisbescheid nach §11 TierSchG
  • Erforderliche Kenntnisse zur Durchführung von Schulungen
  • Grundkenntnisse Pädagogik
  • Hilfe Kurs am Menschen
  • Hilfe Kurs am Hund

1.2. Anforderung an Zuverlässigkeit

  • Im Umgang mit Tieren
  • Im Umgang mit Menschen

1.3 Sachkunde bezogen auf die AH-Art bzw. MAG
1.3.1 FOKUS Hund

Eigenerklärung PLUS
Erfolgreiche Ausbildung 2 MAG
ODER Weiterbildung 90 Zeitstunden (AH-Art, Ethologie, Pädagogik, Didaktik, usw)
ODER 2-jährige Berufserfahrung / ehrenamtliche Tätigkeit

1.3.2 FOKUS Mensch
(Kenntnisse für den Einsatzbereich der AH-Art maßgeblichen Beeinträchtigungen/Barrieren)
Mindestens 2-wöchiges Praktikum (beeinträchtigtes Hören, Sehen, Bewegen, usw.)
ODER
Weiterbildungsangebot mindestens 20 Zeitstunden
(beeinträchtigtes Hören, Sehen, Bewegen, usw.)
ODER Erfolgreich abgeschlossene Ausbildung Pflegekraft / sozialpädagogische Ausbildung
ODER Nachweis einer mindestens 2-jährigen einschlägigen Berufserfahrung (z.B. O&M, AO, HA, Reha, usw.)

In der Anlage 7 der AHundV finden sich unter der Spalte 3 „Wodurch“ konkretere Angaben zu den einzelnen Anforderungen und deren zeitlichen Angaben.

 

AHundV Anlage 7 „System zur Qualitätssicherung“
2.1 Fortbildungen
2.2 Dritte Personen
2.3 Hundebestandsbuch
2.4 Dokumentation

2.1 Fortbildungen

  • Die fachlich verantwortliche Person sowie alle Mitarbeitenden, die mit den Ausbildungen der Assistenzhunde und den Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaften (MAG) betraut sind, müssen laut AHundV an „regelmäßigen“ Fortbildungen teilnehmen.
  • Thematische Vorgaben sind: Kenntnisse und Fähigkeiten im Sinne des §11 TierSchG, Ausbildungsinhalte, Ethologie, Pädagogik/Didaktik, Beratung oder den für die jeweilige Assistenzhundeart einschlägigen Beeinträchtigungen.
  • Die Fortbildungen sollen in einem Umfang von 24 Zeitstunden in einem Zeitraum von drei Jahren absolviert werden. Es wäre beispielsweise möglich, in drei Jahren jährlich eine Fortbildung über 8 Zeitstunden zu besuchen, um den geforderten Umfang zu erfüllen.
  • Die Zertifizierungsstelle benötigt zur Überprüfung Kopien der entsprechenden Schulungs- oder Teilnahmebescheinigungen.
  • Bei einer erstmaligen Zulassungsbeantragung müssen die Nachweise spätestens drei Jahre nach Zulassung, zur jährlichen Überprüfung, eingereicht werden.

2.2 Dritte Personen

  • Sollten dritte Personen an der Ausbildung beteiligt sein (z.B. Angehörige des Hundehalters) wird eine Eigenerklärung benötigt, dass die Person(en) über die notwendige Sachkunde verfügen.

2.3 Hundebestandsbuch

  • Sollte die Ausbildungsstätte Eigentümerin oder Halterin von Hunden sein, so wird das Hundebestandsbuch benötigt.

2.4 Dokumentation

  • Es muss eine nachvollziehbare Dokumentation über den Trainingsablauf von Hunden bzw. MAG vorliegen.
  • Es muss ein Konzept zur Überprüfung der Ausbildungsqualität vorliegen und entsprechende Fragebögen müssen in Kopie eingereicht werden (Kunden/innen Zufriedenheit).
  • Assistenzhundeschulen benötigen kein Qualitätsmanagementsystem entsprechend der Din EN ISO/IEC 17065. Dieser Passus gilt ausschließlich für die Zertifizierungsstelle – in diesem Falle die DGP®. Die DGP® ist eine nach Din EN ISO/IEC 17065 akkreditierte Zertifizierungsstelle und muss ein entsprechendes internes Prüfhandbuch erstellen, welches ein Qualitätsmanagement im Sinne dieser Norm festlegt. Das ist unabhängig von der Qualitätssicherung für Assistenzhundeschulen.

3.1 Betriebsbegehungen
3.2 Fremd- und Selbstausbildung
3.3 Fahrtkosten Betriebsbegehung

3.1 Betriebsbegehungen

  • Zum Beginn der Zertifizierung findet eine Betriebsbegehung bei Ihnen vor Ort statt.

Der Betriebsbegeher prüft anhand eines Protokolls, ob die Ausbildungsstätte den Anforderungen der Erlaubnis nach §11 und AHundV entspricht. Zudem werden die geforderten Trainingsdokumentationen stichprobenartig überprüft. Sollten Sie sich für Assistenzhundearten zertifizieren lassen, bei denen barrierefreies Schulungsmaterial und/oder barrierefreie Schulungsräume/barrierefreies WC gefordert sind, so wird auch dies vor Ort überprüft.

3.2 Fremd- und Selbstausbildung

  • Die Betriebsbegehung ist unabhängig von ihrem Ausbildungskonzept.
  • Bei der Fremdausbildung wird die Betriebsstätte begangen. Sollten Sie nur die Selbstausbildung anbieten und somit mobil arbeiten, so wird die Betriebsbegehung (falls möglich) mit einem KundInnen Termin verknüpft. Der Betriebsbegeher wird sich in diesem Fall die Trainingsdokumentation und eventuell weitere geforderte Unterlagen zu einem konkreten MAG anschauen.
  • Alle weiteren Dokumente müssen Sie zur internen Dokumentenprüfung im Online-Portal hochladen.

3.3 Fahrtkosten Betriebsbegehung

  • Für die Betriebsbegehung werden 0,50€ pro gefahrene Kilometer (Hin- und Rückweg des Betriebsbegehers) berechnet. Unsere eingesetzten Betriebsbegeher sind deutschlandweit verteilt. Bei den Beauftragungen sind wir sehr bemüht, die Fahrtkosten möglichst gering zu halten und einen Begeher zu beauftragen, der seinen Sitz im gleichen Bundesland wie die jeweilige Ausbildungsstätte hat.

4.1 Ratenzahlung
4.2 Gebührenstaffelung

4.1 Ratenzahlung

  • Eine Ratenzahlung ist nicht vorgesehen. Das wäre allein deshalb schon nicht zielführend, da es ja jährliche Folgekosten wegen der Überwachungsmaßnahmen geben wird.

4.2 Gebührenstaffelung

  • Muss ich den Gesamtbetrag zahlen, auch wenn bei der Dokumentprüfung festgestellt wird, dass ich die Voraussetzungen nicht erfülle? Die einmalige Grundgebühr von 4.500 Euro/netto wird für eine Abrechnung folgendermaßen aufgesplittet:
    · 1000 Euro/netto bei Antragstellung
    · Restsumme von 3.500 Euro/netto bei erfolgreich durchgeführter Zertifizierung

Das Online-Portal der DGP® ist auch für Unternehmen im Bereich der Präqualifizierung im Gesundheitswesen für den Bereich der Hilfsmittel zugänglich.
Hier wird immer eine IK-Nummer benötigt.  Assistenzhundeschulen bzw. Assistenzhunde gelten im gesetzlichen Sinne nicht als Hilfsmittel, weshalb auch keine IK-Nummer benötigt wird. Um sich jedoch bei uns im Portal anlegen zu können, wird eine temporäre IK-Nummer vergeben. Diese temporäre IK-Nummer dient als Kundennummer.
Bitte geben Sie ihre temporäre IK-Nummer bei Emailverkehr im Betreff an, damit ihr Vorgang intern zugeordnet werden kann.

Sobald Sie sich im Online-Portal registriert, einen Antrag gestellt, und anschließend eine Bestätigungs-E-Mail erhalten haben (kann 1 Werktag benötigen) können Sie einsehen, welche Unterlagen für die Zertifizierung benötigt werden. Eine detaillierte Aufstellung, welche Nachweise im Einzelnen gefordert werden, ist abhängig von den von Ihnen ausgewählten Zertifizierungsbereichen; d.h. für welche AH-Art mit welcher Art der Ausbildung Sie eine Zertifizierung beantragen werden. Die Prüfung der Unterlagen basiert auf der Grundlage der AHundV. Diese können Sie zur Orientierung und als Leitfaden auf der Webseite der DGP® herunterladen. Die personellen Voraussetzungen der fachlich verantwortlichen Person können Sie unter dem 1. Eintrag der FAQ nachlesen.

Eine Vorabprüfung der Dokumente ist nicht möglich. In dem Fall würde eine Form der Beratung stattfinden und das ist im Rahmen der Neutralitätsanforderung gemäß der DIN EN ISO/IEC 17065:2013 nicht möglich.