Vorteile der Präqualifizierung

Seit dem Wegfall des alten Zulassungsverfahrens müssen die Leistungserbringer von Hilfsmitteln vor jedem Vertragsabschluss mit einer gesetzlichen Krankenkasse ihre Eignung, d.h. die Fachkunde und Leistungsfähigkeit, gesondert nachweisen. Die Anforderungen an die entsprechenden Nachweise können von Krankenkasse zu Krankenkasse variieren, so dass theoretisch gegenüber allen noch existierenden ca. 160 Krankenkassen gesonderte Nachweise zu erbringen sind. Es ist offenkundig, dass durch dieses Verfahren in erheblichem Umfang personelle Ressourcen eines jeden Leistungserbringers gebunden werden und enorme Kosten entstehen.

Dass sich diese Form des Einzelnachweises in der Praxis noch nicht durchgesetzt hat, ist allein der bis zum 30. Juni 2010 geltenden Übergangsregelung und der Tatsache geschuldet, dass die meisten Krankenkassen eine solche eigenständige Überprüfung der Eignung überhaupt nicht durchführen wollen bzw. nicht über die hierfür erforderlichen personellen Ressourcen verfügen. Sie setzen vielmehr auf das vom Gesetzgeber als Alternative zu den Einzelprüfungen vorgesehene Präqualifizierungsverfahren. Wurde dieses einmal erfolgreich durchlaufen, so hat der jeweilige Leistungserbringer seine Eignung hiermit gegenüber allen gesetzlichen Krankenkassen nachgewiesen. Eine Eignungsprüfung vor jedem Vertragsabschluss wird dadurch entbehrlich. Dies führt zum Einen zu einer gleichmäßigen Rechtsanwendung und zu einer deutlichen Verwaltungsvereinfachung, d.h. einer Kostenersparnis auf Seiten der Leistungserbringer und der Krankenkassen. Zum Anderen führt es zu mehr Transparenz und Planungssicherheit im Hilfsmittelbereich und bietet bei der zu erwartenden einheitlichen Nutzung durch alle gesetzliche Krankenkassen die Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen. Qualifizierte und fähige Leistungserbringer können so an einem gerechten und ihren Kenntnissen entsprechenden Wettbewerb teilnehmen.

Die Fakten in Kürze:

  • Einzelfallprüfungen zur Feststellung der Eignung entfallen bei präqualifizierten Leistungserbringern
  • Arbeits- und Kostenaufwand entstehen grundsätzlich nur einmal
  • Die Präqualifizierungsbestätigungen sind von allen Krankenkassen anzuerkennen
  • Die Präqualifizierungsbestätigungen behalten grundsätzlich fünf Jahre Gültigkeit
  • Die Präqualifizierung bestätigt die Leistungsfähigkeit und Seriosität der Leistungserbringer
  • Die Präqualifizierungsstellen unterliegen der Überwachung durch den GKV-Spitzenverband, der dabei durch einen Beirat unterstützt wird. Dies garantiert gleichförmige Verfahren
  • Das Nichtzustandekommen von Verträgen allein aufgrund fehlender Eignungsnachweise wird vermieden
  • Alle Krankenkassen erhalten vom GKV-Spitzenverband jeweils aktuelle Übersichten über die präqualifizierten Leistungserbringer, so dass die Ergebnisse der Präqualifizierungsverfahren zeitnah und ohne weiteren Aufwand im Vertragsgeschäft berücksichtigt werden können